BERNHARD STEIDL

 




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NIL: Du kommst aus Götzens /Tirol– du musstest am Anfang wahrscheinlich viel Inn -Wasser schlucken?
B: Innwasser nicht – aber ich hatte 1998 einen Unfall in einem Rücklauf der Steinberger Ache. Die hab ich damals fast leer getrunken…

Nil: Was fasziniert dich am Wildwasserpaddeln? Was genau macht für dich diese Leidenschaft aus?
B: Ich bewege mich sehr gerne draußen - in der Natur. Mit dem Kajak gelangt man an Orte, die man als Wanderer nie erreichen könnte. Sich in den Fluss einzufügen, ihn zu spüren und Spaß am Wasser zu haben gehören für mich zu den schönsten Dingen überhaupt.  

Nil: Du warst mit Bernhard Mauracher in Pakistan auf Expedition. Ihr konntet die Rondu-Schlucht des Indus, den kompletten Astor, Teile des Jhelum und des Nhelum befahren - wie waren die Eindrücke?
B: Die Pakistan Expedition war für mich bestimmt das Größte, das ich bisher im Kajak unternommen habe. Wir hatten auf allen Flüssen super Wasserstände – was in der Gegend nicht absehbar ist. Durch die Rondu-Schlucht fließen bei Hochwasser immerhin 15000qm/s. Bei unserer Expedition waren es ca. 800qm/s.      

NIL: Du hast das Red-Bull-Snowkajak-Race gewonnen und jede Menge publicity  gehabt. Was ist in deinem Alltag anders geworden?
B: Ich bekomme immer wieder Anrufe. Zum Beispiel neulich aus England – eine Bekannte hatte eine Reportage des Rennens auf CNN gesehen. Das Red-Bull-Snowkajak-Race ist ein Medienevent und es wird so vermarktet, wie keine andere Kajak-Veranstaltung.

NIL: Du beschäftigst Dich mit Permakultur und auf deiner HP ist von der Ackerbande die Rede? Wie sehen deine persönlichen Ziele in diese Richtung aus?
B: Durch die Ackerbande versuchen wir Leute wieder dafür zu begeistern, ihre Hände in die Erde zu stecken. Es ist so was, wie ein großer Gemeinschaftsgarten… Mir persönlich macht es einfach Spaß mir mein Essen selbst anzubauen und mein Umfeld so zu gestalten, dass nicht nur ich davon profitiere, sondern auch die Natur.   

NIL: Welche Pläne hast du in nächster Zukunft? Worauf liegt dein focus?
B: Ich möchte in den nächsten Jahren, gemeinsam mit ein paar Freunden, auf einen Bauernhof ziehen. Für uns ist das die einzige vernünftige Lösung. In einer Wohnung fehlt einfach der Platz für große Ideen…
Kajaktechnisch wird im Winter 2010/11 die nächste größere Expedition anstehen.

NIL: Was würdest du tun, wenn du es tun dürftest unabhängig von Geld, Zeit und   den so genannten Verpflichtungen?
B: Im Grunde würde ich nicht viel anders machen. Allerdings wäre vieles ein wenig entspannter.  

NIL: Danke Berni für deine Zeit!



 
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